IHHT
Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) ist ein Verfahren, bei dem PatientInnen abwechselnd Luft mit geringem Sauerstoffgehalt (Hypoxie) und anschließend Luft mit erhöhtem Sauerstoffgehalt (Hyperoxie) einatmen.
Die Behandlung erfolgt meist passiv über eine Atemmaske in Ruhe.
IHHT basiert auf Erkenntnissen der Höhenmedizin, mitochondrialen Physiologie und zellulären Adaptationsmechanismen.
Mitochondriale Biogenese und Funktion
Hypoxie führt über den Signalweg HIF-1α (Hypoxia-Inducible Factor) zu:
- gesteigerter mitochondrialer Biogenese (PGC-1α-Aktivierung)
- Upregulation oxidativer Enzyme
- Verbesserung der ATP-Effizienz
Die anschließende Hyperoxie verstärkt diese Effekte durch:
- erhöhte Sauerstoffverfügbarkeit → verbesserte oxidative Phosphorylierung
- beschleunigte Regeneration des mitochondrialen Membranpotentials
Nettoeffekt:
→ bessere Energieproduktion, erhöhte metabolische Effizienz, Austausch dysfunktionaler Mitochondrien (Mitophagie).
Zhang Q, Yan Q, Yang H, Wei W et al. „Oxygen sensing and adaptability won the 2019 Nobel Prize in Physiology or medicine“. Genes & Diseases. 2019;6(4):328-332.
Zellulärer Stress & Adaptive Response
Wechsel zwischen Hypoxie und Hyperoxie erzeugt einen milden, kontrollierten Stressreiz, der folgende Anpassungen induziert:
- Aktivierung von AMPK
- Steigerung antioxidativer Systeme (SOD, GPx)
- Reduktion reaktiver Sauerstoffspezies im Ruhemetabolismus
Verbesserung der Sauerstoffverwertung
IHHT führt zu:
- erhöhte Kapillardichte
- verbesserte Hämoglobinaffinität unter Belastung
- effizientere zellspezifische O₂-Extraktion
Vegetatives Nervensystem
IHHT moduliert das autonome Nervensystem:
- Senkung sympathischer Aktivität
- Erhöhung parasympathischer Tonus (HRV-Anstieg)